Regie:
Peter Wustinger

Stimme:
Nadja Maleh
www.nadjamaleh.com

 


ERiCH
(
25.9.2012)

B*ZUG
(30.9.2008)

OHNE GEWEHR
( 5.10.2006)
BEZIEHUNGSWAISE
( 23.3.2005)


Freunde sind Gottes Entschuldigung für die Familie...wir haben viele Freunde.
Eine einfache Aufgabe, ein einfacher letzter Wunsch.
Ein kurzer Ausflug in das größte soziale Geheimnis unserer Gesellschaft...in eine Familie.
Man kann sich für sie schämen, sie verleugnen, vor ihr davonlaufen,
aber sie wird einen immer wieder einholen.
Wir sind nicht irgendeine Familie...wir sind die Familie von ERiCH.


3.12. 2012 ahl (Donaukurier/ Neuburg D)
Requisiten sind rar, Zwei Stühle, die wahlweise Vordersitze oder Rückbank verschiedener Autos repräsentieren, genügen dem genialen Komikerpaar vollauf, das Mimik und Gestik so perfektioniert hat, dass jede Rolle sofort identifizierbar ist und eine plastische Szenerie im Kopf des Zuschauers entsteht. Kostümwechsel ist daher ebenso Überflüssig. Die Handlung? Absurd bis irrwitzig, wobei eigentlich, nun ja, irgendwie kennen doch all den ganz normalen Wahnsinn der ganz normalen Familie. Beim Publikum in der restlos ausverkauften Kunstscheune ist das jedenfalls bestens angekommen.

28.9. 2012 Matthias Ziegler (Wiener Zeitung)
"Glauben Sie, Ihre Familie ist normal?", fragt Robert Blöchl zu Beginn des neuen Programmes von BlöZinger, jenes grenzgenialen Kabarettduos, das er seit 2004 mit Roland Penzinger bildet. Nach Beziehungswahnsinn, Superhelden und Märchenparodien widmen sie sich nun der Familie.

Ausgangspunkt ist der Tod von Vater Erich, der dem fünften Programm seinen Namen gibt und für ein Familientreffen bei der Aufbahrung sorgt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Söhne, die einander 20 Jahre nicht mehr gesehen haben - trotzdem hat sich zwischen ihnen nichts verändert. Ebenso wie die schrulligen Tanten und der kriminelle Onkel, die auf den Plan treten. Insgesamt zehn Personen spielen die beiden Kabarettisten dabei, während sie eine absurd-lustige Handlung um die Entführung der Asche ihres Vaters entwerfen, die vor allem von rasanten Szenenwechseln lebt - und vom Kaugummi.

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, bauen ihn Blözinger, diese Meister der schauspielerischen Wandlung, als Running Gag ein - und reparieren damit sogar ein Auto. Ohne Requisiten (bis auf zwei Sessel, nicht einmal der Kaugummi existiert) oder Kleiderwechsel lassen sie im Kopf des Zuschauers eine bunte Szenerie Gestalt annehmen, in der irgendwann selbst jener kurze Moment, in dem er bei einem Szenenwechsel überlegt, welche Figuren jetzt dran sind, wegfällt. So intensiv und plastisch ist deren Verkörperung

26.09.2012 Veronika Schmidt (DiePresse online)
Kabarett: BlöZinger porträtieren eine verrückte Familie

Blöchl und Penzinger inszenieren im fünften Programm „ERiCH“ ein fetziges Roadmovie: Elf Figuren, vier Autos, schwarze Luftballons und viel Kaugummi braucht es, um die Absurditäten des Kosmos Familie witzig aufzuarbeiten.
Stefan und Harry observieren vom Polizeiauto aus das Familiendrama, das BlöZinger in ihrem fünften Kabarettprogramm auf die Bühne bringen. Die Fernsehserie „Derrick“ läuft zwar seit 15 Jahren nicht mehr, aber der Witz dieser zwei Vornamen in Verbindung mit einem Wagen klappt immer noch. Robert Blöchl (das „Blö“ von BlöZinger) ist zufällig der selbe Jahrgang wie Derrick (die Serie startete 1973), sein Kabarettpartner Roland Penzinger („Zinger“, Sie verstehen...) ist noch ein paar Jahre älter. Trotzdem gelten BlöZinger als „Nachwuchskabarettisten“, sind der breiten Masse im kabarettliebenden Österreich noch unbekannt. Dabei bieten sie alle Zutaten, die es braucht, um die Masse zu begeistern: Sympathisch, praktisch, gut – spielen sie sich in die Herzen des Publikums, so auch bei der Premiere von „ERiCH“ im Kabarett Niedermair am Dienstag.

Stefan, der Ex-Postler, der seinen ersten Tag im Polizei-Außendienst absolviert, und Harry, der patscherte Polizist, der sich über seinen gelehrigen Schüler freut, sind nur zwei von elf Figuren, die von den beiden Oberösterreichern impersoniert werden: Hauptpersonen sind zwei Brüder, die sich zum Begräbnis ihres Vaters Erich treffen. Der große und ältere Penzinger spielt den „kleinen“ Bruder Simon, der seine Familie und das Dorf vor 20 Jahren verlassen hat, der kleinere, jüngere Blöchl gibt den „großen“ Bruder Jakob, der immer noch im alten Fiat vom Vater durchs Dorf fährt (zusammengehalten von Kaugummis).
Auch die Geschwister des verstorbenen Erich haben sich freilich um den Sarg versammelt: Zwei Schwestern und ein Bruder, der hier ein „Knastbruder“ ist, könnten unterschiedlicher nicht sein. Genau das macht dieses Stück so spannend: Im immer schneller werdenden Wechsel der Szenen hüpfen Blöchl und Penzinger von einem Extrem ins andere.
Licht und Ton auf der Bühne helfen, dass der Zuschauer noch weiß, wer wer ist und ob man gerade in der Kirche oder im klapprigen Auto ist. Als die tourettekranke Tante (übrigens ein etwas billiges Heischen um Lacher durch derbe Schimpfwörter) die Asche in einer Keksdose entführt, beginnt ein klassisches Roadmovie inklusive Verfolgungsjagd, das kurzweiliger nicht sein könnte. Die unterschiedlichen Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern, die unterschiedlichen Arten der Kommunikation zwischen ihnen sind scharf gezeichnet und werden so klar gespielt, dass man nach wenigen Minuten gar nicht mehr merkt, dass die Tante Herta von einem Mann gespielt wird oder der indische Lachyogaguru eine weiße Hautfarbe hat.
Der Film, den BlöZinger in den Kopf der Zuschauer setzen, läuft wie geschmiert (Regie: Peter Wustinger). Und wenn es mal holpert und kleine Details der dargestellten Personen verwechselt werden, haben Blöchl und Penzinger die Routine und den Charme, aus dem Hoppala einen Lacher zu machen. Klar, als langjähriger CliniClown und ehemaliger Religionslehrer schreckt einen nichts, spontane Improvisationen heitern das detailreich geplante Setting auf. Und es gelingt, dass aus der beengenden Atmosphäre einer Familie beim Begräbnis ein Feuerwerk an Absurditäten entspringt – eingebettet in genau den Schmäh, den man nur innerhalb von Verwandten findet.
Die Clown-Ausbildung der beiden ist wie in den bisherigen Programmen eine solide Basis für ihre Darstellungskunst: Obwohl nur zwei Stühle als Requisiten zu sehen sind, bringen Blöchl und Penzinger Keksdose, Taschen, Pistolen, Geld, Rückspiegel, Autotüren, Kofferraumdeckel, Luftballone, Kaugummis und eine Katze pantomimisch auf die Bühne. BlöZinger-Fans wissen, dass in den ersten vier Stücken jeweils eine Katze das Zeitliche segnete. Tja, auch diesmal geht es nicht gut aus für den kleinen Silvester. Umso besser geht es der Stimmung des Publikums nach „ERiCH“: Der hier gespielte „Film“ übertrifft jeden Fernseh- oder Kinoabend.

28.9. 2012 Bernhard Lichtenberger ( OÖ Nachrichten)
Ein familiäres Nest, grandios besetzt mit schrägen Vögeln.
Oberöstrreich-Premiere im Posthof:
Mit "ERiCH" spielt das Linzer Kabarett-Duo BlöZinger in der Kleinkunst Champions League.
Das Linzer Kabarett-Duo BlöZinger hat sich für sein neues Programm etwas ausgesucht, das sich niemand aussuchen kann: die Familie. Das Begräbnis des Vatersführt zwei ungleiche Brüder nach 20 Jahren wieder zusammen- den weltengewandten Lebenskünstler Simon (Penzinger) und den vergleichsweise ernsthaften Biedermann Jakob (Blöchl) der vom Jüngeren bei jeder Gelegenheit mit Ironie gewatcht wird. Im familiären Nest platzieren BlöZinger eine Schar schräger Vögel: die kerzerlschleckende Ehe-Domina Tante Hertha, die den Onkel Paul zum sprachlosen Anghängsel degradiert; ihre Schwester, deren Liebenswürdigkeit vom Tourettsyndrom in den Dreck gezogen wird, und die sich einen indischen Lachyoga Guru mit Weisheitsgarantie hält, der Schlawiner Onkel Alfons, der seinen hinter Gittern geschliffenen Schnabel im tiefsten Düringer- Jargon wetzt und einen tumben Häfenbruder als willfährigen Gehilfen kommandiert; und zwei wenig helle Polizisten, die das Geschehen observieren und an Funkstörungen verzweifeln.
Mit "ERiCH" spielen sich BlöZinger in die Champions League heimischer Kleinkunst. Kein Wort füllt oder fehlt, jeder Satz, jede Pointe, jede Geste sitzt perfekt. In pantomimischer Mesiterschaft wechseln sie im Handumdrehen die Figuren und vergnügen uns mit feinst modellierten Gesichtern, mit denen sich eine Ahnenlinie von Mr Bean bis zu Stan Laurelbelegen ließen. Wenn sich die Autolüftungihrer Körper bemächtigt oder Penzinger seine Zunge in den Fahrtwind hängt, bleibt keine Auge trocken. Ohne Schmäh: Laufen und Karten kaufen.

DieKleinkunst-Redakteur Markus Freiler
Bereits im Prolog des Stücks zerstören Blözinger sämtliche Illusionen bezüglich Familienidylle, indem sie meinen „wann du glaubst, du bist erleuchtet, dann besuche deine Familie“. Sie bringen boshafte Metaphern zum Blühen, wie „Die Familie ist wie ein Nest, aber voll mit schrägen Vögeln“. Die „Familie“ wird hier zum Selbstzweck für das Stück reduziert: „Ohne Familie gabats de G’schicht ned“
Simon (der lange Penzinger) und Jakob (der kurze Blöchl) treffen einander vor der Kirche, um der Totenmesse ihres Vaters Erich beizuwohnen. Rasch kristallisiert sich heraus, dass die beiden unterschiedlicher nicht sein können. Aber nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße, sondern weil ihre Lebenseinstellungen recht differierem. Jakob ist der Ernsthafte und Bodenständige. Simon ist der weltoffene Träumer, welcher ausgezogen war, um sich seine Sehnsüchte zu erfüllen. Allein dieses brüderliche Spannungsfeld birgt Potential für Situationskomik.

Die beiden betreten nun die Kirche, und wir erleben dort die „Offenbahrung“ über die Charaktere der Familienmitglieder – eine Familienaufstellung der anderen Art. Tatsächlich schräge Vögel! Da ist einmal Tante Trude, welche mit dem (sozialen) Tourett-Syndrom die Familie terrorisiert. Die tyrannische Tante Herta („Beim Hofer hätte es den Sarg um 3.99 billiger mit Grablicht gegeben“) mit ihrem, im wahrsten Sinn des Wortes, nichtssagenden Mann Paul. Onkel Alonso, der (Knast)Bruder der beiden Tanten.
Dem nicht genug gibt es da noch außerfamiliäre Figuren in diesem Drama, die da wären: Ein Häf’nkumpane von Alfons, dessen „Kommunikation“ Die Polizisten Stefan (Ex-Postler) und Harry, welche vom Einsatzauto aus das familiäre Treiben beobachten (Namensgleichheiten mit Figuren aus „Derrick“ sind natürlich rein zufällig). Nicht zuletzt ein Luftballonverkäufer mit Lachgasstimme, der mit seinen Heliumluftballonen in so mancher Situation eine „tragende“ Rolle spielt.

Die LeserIn wird sich fragen, wie denn elf Personen auf der kleinen Bühne des Niedemairs Platz finden können. Die Antwort: Sämtliche Personen werden natürlich nur durch Blözinger Leben eingehaucht. Das Duo switcht zwischen diesen einzelnen Rollen schneller als ein Hochleistungsprozessor. Die Genauigkeit ihrer Phrasierung und Intonation sind wirklich sensationell. Obwohl die beiden ohne Kostüme auskommen müssen, entstehen, aufgrund der genialen schauspielerischen Leistung, in meinem Kopf Bilder, wie denn wohl die gespielten Personen tatsächlich aussehen könnten und gekleidet sind.

Warum wird nun ein Familientreffen in einer Kirche zum Roadmovie? Nun, statt der Leiche liegt ein Schreiben Tante Trudes (natürlich in Tourette-Sprache) im Sarg. Sie werde Erichs Wunsch erfüllen, und sein Asche im Garten seines Hauses verstreuen. Trude, Ashanti, Simon sind mit Jakobs klapprigen Fiat unterwegs, um diese Mission zu erfüllen. Dies ist für die restlichen Hinterbliebenen, aus unterschiedlichen Gründen ein untragbarer Zustand, weshalb eine turbulente Autoverfolgungsjagd beginnt. Auch die dümmste Polizei der Welt nimmt die Verfolgung auf.

Ein nicht unwesentliches Rüstzeug bei diesem Autorennen bilden die pantomimischen Fähigkeiten von Blöchl und Penzinger. Als langjährige CliniClowns können sie hierbei aus dem Vollen schöpfen. Herrlich, z.B. die pantomimische Darstellung der Szene, als der uralte Kassettenspieler im Auto Jakobs Lieblingskassette frisst. Ashantis erstaumliche Weisheit dazu: „Verlust ist immer Chance zu finden neu“. Allmählich wird klar, dass, im Falle von Jakobs Auto, FIAT die Abkürung für Fehler In Allen Teilen ist. Löcher im Dach werden mit Kaugummi abgedichtet, auch der Rückspiegel hält nur durch Kaugummi. „Raunz ned, Kau!“ heißt die Devise in dieser Klapperkiste.

Ein Achsbruch führt schließlich zu einer Wende in der Beziehung des Bruderpaares. Nur durch Simons Glauben ans Unmögliche (Heliumlufballons) und Jakobs Sinn fürs Praktische (Kaugummi) schaffen sie es das Auto zu heben und die Achse zu reparieren. Die Verfolgungsjagd wird immer absurder: Der Funk der Polizei wird vom „McDonalds-Drive In“ (Stimme: Nadja Maleh) gestört, Tante Herta weigert sich in die Dritte zu schalten und das Auto der Häfenbrüder „schmoizt ned an“, weil es nur Biodiesel getankt hat. Jakob, Simon, Trude und Ashanti bieten der Red Bull Flugtag Konkurrenz, indem sie mittels der Heliumluftballons sich in die Lüfte erheben und ihr Endziel erreichen. In diesem Sinne ein wirklich „abgehobenes“ Kabarett!

Wie die Geschichte nun wirklich endet, mag ich nun wirklich nicht verraten, denn die geneigte LeserIn soll dieses Programm unbedingt selbst besuchen. Aber die Moral aus der G’schicht sei hier verraten: Kaugummi ist der Kitt, welcher die Familie zusammenhält!

Mit der Idee, ein Familiendrama als Roadmovie zu „verfilmen“ (Regie: Peter Wustinger), ist Blözinger ein genialer Wurf gelungen. Die darstellerische Leistung von Blöchl und Penzinger, und die gut getimten Pointen machen diesen Abend zu einem wahren Kinoerlebnis – erfrischend wie ein Spearmint Chewing Gum. Von mir bekommt dieser Film 10 von 10 Moviepoints!

 

20.10. 2012 Graz/ Kleine Zeitung: EWS
Familiensaga im Fiat. Was sich im Konvoi hinter und im alten „Ferrari in außergewöhnlicher Tarnung“ (Fiat) abspielt, ist einfach genial.Robert Blöchl und Roland Penzinger, kurz BlöZinger, nehmen den Verband mit der höchsten Schämquote, die Familie, filmreif aufs Korn. Erzählerisch beginnt die Verabschiedung von „ERiCH“. Dort trifft sich die ganze Sippe und bricht zu einer obskuren Verfolgung auf – der Tante mit Tourette-Syndrom und der Asche ihres Bruders in der Keksdose hinterher. Irrwitzige Situationen gelingen den Verwandlungsmagiern bei der Autojagd durch die Pampa. Ein Kabarett-Knüller.

20.10.2012 Graz / Kronen Zeitung: SR
Zwist und Bruderliebe. Eine Familie, wie aus dem Bilderbuch? Nein. Eher das komplette Gegenteil: Geschwister Jakob und Simon zanken sich ständig, Tante Trude ist mit ihrem Lachyogatherapruten liiert und Onkel Alfons kommt frisch aus dem Knast. Als sie beim Begräbnis von ERiCH aufeinandertreffen, ist Chaos vorprogrammiert - da helfen nicht einmal die omnipräsenten Kaugummis und schwarze Luftballons. Das Kabarettduo "BlöZinger" porträtiert mit "ERiCH" eine typische untypische familie, die der Realität gar nicht so fern ist. Höhepunkt der Lachmuskelstrapazen im Grazer Theatercafe war eine 30km/h - Verfolgungsjagd inklusive Bee Gees- Gesangseinlage. Blöchl und Penzinger wechselten virtuos zwischen zwölf Rollen und schafften einen dynamisch-lustigen Abend voll von schrägen Klischees.